Vaterstädtische Stiftung - Betreutes Wohnen in Hamburg

Geschichte

John R. Warburg
John Rudolph Warburg (1807-1890)
Gründer und Vorstandsvorstitzender (1874-1890)

Die wechselvolle Erfolgsgeschichte der Vaterstädtischen Stiftung nahm ihren Anfang im Jahre 1849. Jüdische Kaufleute und Akademiker hatten beschlossen, aus Dankbarkeit für die im gleichen Jahre erlangte bürgerliche Gleichstellung, eine Stiftung für Freiwohnungen zu errichten. Damit griffen sie zwar eine alte Hamburger Tradition auf, gaben ihr aber mit neuartigen Inhalten wie religiöser Gleichstellung und demokratischer Mitbestimmung ein modernes Erscheinungsbild, das von Toleranz geprägt war.

Nachdem die Anfangsschwierigkeiten überwunden waren, konnte die Stiftung dann seit 1851 kontinuierlich zur größten ihrer Art mit damals elf Gebäuden ausgebaut werden. Ermöglicht wurde das durch die große Spendenbereitschaft im jüdische Bürgertum, die beträchtliche Mitgliederzahl aus allen Kreisen der Gesellschaft und den unermüdlichen Einsatz des Vorstandes. Die Stiftung erwarb sich ein hohes Ansehen und die Wohnungen erfreuten sich reger Nachfrage. Mit ihrem Konzept wurden sie Vorbild für zahlreiche jüdische und christliche Stifter.

Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus wurde die Zeit der gemeinsamen Tätigkeit von Juden und Christen im Vorstand und des friedlichen Miteinanderlebens der jüdischen und christlichen Bewohner zunehmend von innen und außen erschüttert. Die Stiftung wurde "arisiert", und langjährige jüdische Vorstandsmitglieder wurden ebenso wie jüdische Bewohner ausgeschlossen, verfolgt und in den Konzentrationslagern ermordet. Damit war der wohltätige Stiftungszweck in sein Gegenteil pervertiert worden.

Stoplersteine
Stolpersteine vor dem Grundstück Kurzer Kamp

Nach 1945 gelang ein schmerzhafter Neuanfang und ein erfolgreiches Anknüpfen an die alte Tradition. Im Krieg zerstörte Gebäude konnten durch Neubauten ersetzt und zweckmäßige Modernisierungen umgesetzt werden.

Die von dem Künstler Gunter Demnig  vor den Gebäuden verlegten Stolpersteine erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unter den Bewohner/innen.


Mehr über die Geschichte der Vaterstädtischen Stiftung:
• Die Gründung
• Vaterstädtische Stiftung vom Jahre 1876
• Die Vaterstädtische Stiftung im Nationalsozialismus
• Die Vaterstädtische Stiftung in der Nachkriegzeit